Donnerstag, 16. Juli 2009


Bisher haben alle großen Wirtschaftskrisen dazu geführt, dass das allgemeine Bildungsniveau stieg. Wird sich dieses historische Muster wiederholen? Kann es sich wiederholen? Die britische Regierung hat in den vergangenen Jahren immer wieder ihr Ziel bekräftigt, die Quote der Studienanfänger auf 50 Prozent eines Jahrgangs zu erhöhen. Nun wollen so viele Briten auf die Universität wie nie zuvor, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen, aber vorraussichtlich 40 000 Bewerber werden leer ausgehen.
Die University and College Union (UCU) berichtet außerdem von einem massiven Stellenabbau an den Unis und bei Weiterbildungseinrichtungen.
UCU's poll suggests that 5,891 jobs across the UK are at risk or being cut revealing the damage of the recession on further and higher education.

Was haben Berlusconi und Ahmadinejad gemeinsam?

Slavoj Žižek weiß es.

Autos hacken

Elektronische Stabilitätsprogramme (ESP), Drive-by-Wire, Chip-Tuning – das Auto wird zu einem fahrenden Computer mit diversen Schnittstellen zur Außenwelt.

Ein neues Interview mit dem IT-Security Experten Marko Wolf steht im Netz.

Samstag, 11. Juli 2009

Man muß daran denken, daß Techniker ihre Augen immer auf die Zukunft richten. Sie leben in einer Welt des "technologisch Machbaren", die oft nur lose mit der Wirklichkeit verbunden ist. (...) Die Hinwendung zur Zukunft ist das anerzogene Verhalten der Techniker in unserer Gesellschaft, Menschen, die oft bedenklich (und manchmal gefährlich) unwissend über die Vergangenheit und desorientiert über die Gegenwart sind.

David F. Noble (1979) Social Choice in Machine Design: The Case of Numerically-Controlled Machine Tools. New York: Monthly Review Press.

»Die Fabrik kommt ins Labor«


Wie verändert sich die Fabrikarbeit? Was ist dran an der Rede von der Wissensgesellschaft? Gestern ist mein Interview mit dem Schweizer Soziologen Peter Streckeisen erschienen, der letztes Jahr eine hervorragende Untersuchung zum Thema vorgelegt hat.
Das Personalmanagement in den großen Konzernen treibt die Verwissenschaftlichung der Arbeitsorganisation voran. Sie versucht, die Kommunikation und die sozialen Beziehungen der Beschäftigten einzubeziehen.

Freitag, 10. Juli 2009

Wie sehr darf ein Roboter seine menschlichen Kollegen beschädigen?

Es gibt Fragen, die fallen mir einfach nicht von alleine ein. Wie diese, die das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Krankenkassen gerade beantwortet hat:

Da ein bestimmungsgemäß durchgeführter kollaborierender Arbeitsprozess Kollisionsrisiken zwischen einem Roboter und Personen einschließt, bestand die Aufgabe darin, die Beanspruchungseffekte durch Kollision so zu begrenzen, dass nur geringe, tolerable Verletzungsschweren/Verletzungsrisiken auftreten können. Als tolerable Schwere einer Verletzung gelten hiernach ausschließlich solche Beanspruchungen der Haut und der darunter liegenden Gewebe, bei denen es nicht zu tieferem Durchdringen der Haut und des Gewebes mit blutenden Wunden kommen kann. Frakturen oder anderweitige Schäden des Muskel-Skelett-Systems müssen ausgeschlossen sein.

Dienstag, 7. Juli 2009

Ghetto-Ökonomie


Heute ist meine Rezension von Sudhir Venkateshs furiosem Buch Underground Economy erschienen.
„Was ist der Überfall einer Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Eine bedenkenswerte Frage, die gerade in jedem zweiten Leitartikel über die „Finanzkrise“ gestellt wird – aber leider immer nur als bloß rhetorische. ... Die Frage nach dem Unterschied zwischen Banküberfall und Bankbetrieb muss nämlich ergänzt werden. Was ist eine Straßengang gegen den bürgerlichen Staat?

Sonntag, 5. Juli 2009

Creative Industries - das neue große Ding von vorgestern


Einfallsreichtum gehört in der Werbebranche zum Berufsbild. „Neue, total verrückte Idee gefällig?“

Die Heinrich-Böll-Stiftung und die Humboldt-Viadrina Governance School luden letzten Donnerstag zur einer "Salon" mit dem Thema "Creative Industries – Business der Zukunft oder Floskel?" Mein Veranstaltungsbericht findet sich hier, lustige Statistiken zum Thema Kreativwirtschaft bei der IHK Berlin.